Sportmedaille 2016 - höchste sportliche Auszeichnung in Niedersachsen

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Auf einen ganz besonderen Tag blicken die Mitglieder und Verantwortlichen des SSV Scheuen zurück. Im Rahmen des Jahresempfangs des niedersächsischen Sports der Landesregierung und des Landessportbundes am 3. Juni 2016 nahm nach der Eröffnungsrede durch den LSB-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach der Ministerpräsident Stephan Weil persönlich die Ehrung des Vereins vor

Auf einen ganz besonderen Tag blicken die Mitglieder und Verantwortlichen des SSV Scheuen zurück. Im Rahmen des Jahresempfangs des niedersächsischen Sports der Landesregierung und des Landessportbundes am 3. Juni 2016 nahm nach der Eröffnungsrede durch den LSB-Präsidenten Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Umbach der  Ministerpräsident Stephan Weil  persönlich die Ehrung des Vereins vor. Die Niedersächsische Sportmedaille ist eine staatliche Auszeichnung des Landes Niedersachsen, welche 1984 vom Landesministerium/ Kulturministerium als Zeichen der Anerkennung für Verdienste um den Sport durch hervorragende persönliche sportliche Leistungen sowie durch Förderung und Verbreitung des Sports gestiftet wurde. Sie ist die höchste Auszeichnung  die einem Sportler, einem Sportverein oder einem ehrenamtlichen Funktionsträger in Niedersachsen verliehen werden kann und wird in den Kategorien „hohe sportliche Leistung“, „Ehrenamtlicher Einsatz“ und  „Beispielhafte Vereinsarbeit“ verliehen.

"Über die Mitteilung aus dem Innen- und Sport-Ministerium aus Hannover haben wir uns sehr gefreut", strahlte der Vereinsvorsitzende, "am liebsten wollten wir mit allen unseren Mitgliedern nach Hannover fahren um die Ehrung in Empfang zu nehmen und dies gleichzeitig als Dank an alle Mitglieder für die geleistete Arbeit weiter zu geben“. Aber die Teilnehmerzahl für den Festakt war verständlicherweise begrenzt".

So nahmen der 1. Vorsitzende Jörg Ristow und Spartenleiter Rudolf Schlehuber vor ca. 300 Gästen in Hannover aus den Händen des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil die Niedersächsische Sportmedaille 2016 für die beispielhafte Vereinsarbeit des SSV Scheuen entgegen.


Die Sportmedaille wird jährlich vom Ministerpräsidenten an 12 Einzelpersonen, Mannschaften oder Vereine verliehen, die anerkannt hohe sportliche Leistungen vollbracht und darüber hinaus durch persönlichen Einsatz und vorbildliche Wirkung zum Ansehen des Sports in besonderer Weise beigetragen haben. Die Aushändigung erfolgt anlässlich des jährlich stattfindenden Jahresempfangs des Niedersächsischen Sports - in den letzten Jahren in Vertretung durch den Minister für Inneres und Sport. Die Scheuener konnten sich in diesem Jahr jedoch über ein persönliches Zusammentreffen mit dem Ministerpräsidenten freuen.

Die Beliehenen erhielten mit Übergabe der Auszeichnung eine Verleihungsurkunde. Die Medaille selber geht dabei in das Eigentum des Beliehenen über und wird im Ministerialblatt öffentlich bekannt gegeben.

Die Sportmedaille besteht aus Bronze und hat einen Durchmesser von 65 mm. Sie ist nicht zum Anlegen bestimmt, stellt also eine Nichttragbare Auszeichnung dar. Sie zeigt auf ihrer Vorderseite ein sportliches Symbol, einen Sprinter der erhaben geprägt ist. Die Rückseite trägt die Umschrift: FÜR VERDIENSTE UM DEN NIEDERSÄCHSISCHEN SPORT und in seiner Mitte das Landeswappen von Niedersachsen, das Sachsenross.


Der SSV Scheuen erhielt die Auszeichnung für die monatelange beispielhafte Vereinsarbeit in Bezug auf die Integration von Flüchtlingen über den Sport. Gemeinsam haben sie mit dem Malteser Hilfsdienst und dem Kreissportbund eine Arbeitsgruppe Sport initiiert, um den Flüchtlingen des Camp Scheuen das Leben durch Sport angenehmer zu gestalten und bei dem Integrationsstart zu helfen, „Denn Sport verbindet – auch ohne Worte“.

„Die organisatorischen Dinge waren schon eine Herausforderung, die wir aber gerne angenommen haben“, so Ristow. So mussten bspw. Sportschuhe und Sportbekleidung beschafft, die Lagerung sichergestellt, die Aus- und Rücknahme koordiniert, das Waschen organisiert und die Desinfektion der Schuhe sichergestellt werden. „Einen Großteil an Schuhen haben wir über Fördermittel organisiert“, auch eine große Sportbekleidungsspende eines Fußballbundesligisten oder des Volleyballverbandes sowie eine große Menge an Schuhdesinfektionsmittel waren sehr hilfreich. Dadurch konnte den Flüchtlingen die Trainings-Teilnahme in allen Sparten und auch die Durchführung separater Sportgruppen ermöglicht werden.

Aber auch durch Aktionen trat der Verein positiv in Erscheinung. Beispielsweise beim gemeinsamen Kinderfest aller Vereine und Verbände des Ortes wurden die Camp-Kinder eingeladen. Die Volleyballsparte startete die Aktion „Sortieren statt trainieren“, bei der im Camp Bekleidung sortiert statt trainiert wurde.  Auch Veranstaltungen wie das Sportfest für Flüchtlinge oder ein Fußballturnier wurde den Flüchtlingen geboten.

„Vorteile hatte der Verein selbst nicht, da die Flüchtlinge nach ca. drei Monaten auf die Kommunen aufgeteilt werden.“ sagte Ristow. „Aber alle Spartenleiter wollten unterstützen, so dass schließlich unter Mithilfe aller Vereinsmitglieder dieses Vorhaben gelang.“  „Das nun ausgerechnet wir von den rund 9.600 Vereinen in Niedersachsen ausgewählt wurden, macht uns stolz“. „Der SSV Scheuen bedankt sich auch auf diesen Weg nochmals bei allen ehrenamtlichen und bei allen Unterstützern für die geleistete Arbeit!“ 

Herr Weil führte bei der Übergabe der Medaille auch an, dass bei der Einladung des Vereins ein Fauxpas passierte. Zuerst wurde der Schützenverein SV Scheuen statt des SSV Scheuen eingeladen. Der Fehler wurde aber im Innenministerium bemerkt und korrigiert. Herr Pistorius wird sich etwas für den Schützenverein einfallen lassen, so Weil. 

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